Alle Informationen die vom bundesweiten Bündnis kommen, können hier nochmals eingesehen werden.
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Audimax-Besetzung Münster

Do 5. Nov 2009, 09:35

Studenten besetzen Audimax:
http://www.westfaelische-nachrichten.de ... dimax.html

Ultimatum endet - Audimax weiter besetzt :
http://www.muensterschezeitung.de/lokal ... 993,721689

Do 5. Nov 2009, 09:35

Re: Audimax-Besetzung Münster

Fr 6. Nov 2009, 09:47

Freitag, 6.11. um 6:00 wurde das münsteraner Audimax geräumt.
DAS SCHREIT NACH SOLI-AKTIONEN!!!

Polizei räumt besetzten Hörsaal:
http://www.muensterschezeitung.de/lokal ... 993,723004

Re: Audimax-Besetzung Münster

So 8. Nov 2009, 21:34

http://bertdesign.de/politik/hierbrenntgarnix#comment-91

Ein Blog-Kommentar zur Besetzung in Münster und meine Meinung dazu (mein Kommentar ist noch nicht freigeschaltet, daher):

Ich möchte anhand von Stich­wor­ten auf Teile dei­nes Bei­tra­ges eingehen:

Zum Zitat „So rich­tig viel scheint im Audi­max nicht mehr los zu sein.”:

Die­ser Ein­druck konnte nach der anfäng­li­chen „Dis­kus­sion” ent­ste­hen, die sich durch die selbst­ge­rechte, passiv-agressive Hal­tung der Uni­ver­si­täts­lei­tung nur sehr zäh ent­wi­ckelte und daher berech­tig­ter­weise unter­bro­chen wurde. Und wenn man mit einer Kon­su­men­ten­hal­tung hin­ter den Pul­ten platz nahm. Wer sich jedoch aktiv ein­brachte, war schnell in einer der pro­vi­so­ri­schen Arbeits­grup­pen, die das not­wen­digste Taten um die Orga­ni­sa­tion der Beset­zung zu koor­di­nie­ren und vor allem andere Stu­die­rende zu infor­mie­ren und zu mobi­li­sie­ren, damit also mehr Men­schen auf diese neue Situa­tion rea­gie­ren konn­ten. Es wer­den sicher­lich noch Ana­ly­sen des Beset­zungs­pro­zes­ses fol­gen, die dabei auch man­che orga­ni­sa­to­ri­sche Män­gel ent­de­cken, aber hier­bei han­delt es sich eben auch um einen Lern­pro­zess, der von allen Anwe­sen­den Geduld, Respekt und mei­ner Ansicht nach auch etwas Demut (im Sinne Erich Fromm) erfor­dert. Geduld in Anbe­tracht der Umfang­rei­chen Pro­bleme und For­de­run­gen und den zahl­rei­chen zustän­di­gen, oder eben auch angeb­lich nicht zustän­di­gen Instan­zen, Respekt vor den unter­schied­li­chen Mei­nun­gen und Ansich­ten ande­rer Men­schen die unter dem gemein­sa­men Pro­test zu ver­bin­den waren und Demut vor den eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten und denen der ande­ren. Ich sehe es so, das Letz­te­res stär­ker hätte berück­sich­tigt wer­den müssen.

- „Raum­wahl der Besetzung”

Die Wahl war wahr­schein­lich tak­ti­scher und stra­te­gi­scher Natur. Der Raum war aus­rei­chend „pres­ti­ge­träch­tig” (zudem war es der Uni­ver­si­täts­lei­tung nach eige­ner Aus­sage unmög­lich Ersatz zu fin­den, was wohl eini­ges über die Raum­not an der 37.200 Stu­die­ren­den zäh­len­den Uni­ver­si­tät Müns­ter aus­sagt…), bot die not­wen­dige Infra­struk­tur und viel­leicht rech­nete man mit mehr Ver­ständ­nis der übli­chen Kli­en­tel des Saales.

- „Legi­ti­ma­tion und Rück­halt der Studierendenschaft”

Nun bin ich nicht der Ansicht, dass nicht auch Min­der­hei­ten das Recht haben, ihre Mei­nun­gen und For­de­run­gen auf unter­schied­lichste Weise zu arti­ku­lie­ren und auf sich auf­merk­sam zu machen. Jedoch kön­nen die vor Ort ver­tre­te­nen Mei­nun­gen und For­de­run­gen im Hin­blick auf die Pro­teste im Juli wohl kaum als sol­che bezeich­net wer­den. Ich hielt und halte es für ange­mes­sen, (1)die Gunst der Stunde zu nut­zen, um neue Hand­lungs­spiel­räume zu eröff­nen, (2)unseren öster­rei­chi­schen Kom­mi­li­to­nI­nen (die sich vor Ort in Wien, Inns­bruck, Salz­burg, usw. von Beginn an stark mach­ten, für die zahl­rei­chen deut­schen Uni-Flüchtlinge, wel­che dort zu Sün­den­bö­cken gemacht wer­den soll­ten) end­lich aktiv Soli­da­ri­tät zu zei­gen und (3)die öffent­li­che Debatte, die gerade wie­der und bereits seit Jah­ren immer mehr an teil­weise künst­li­chen Jubiläums-Debatten zu ersti­cken droht, auf aktu­elle Pro­blem­la­gen zu lenken.

Zudem wer­den doch wohl auch in Müns­ter z.B. Fach­schafts­ver­tre­tun­gen wie auch der AStA von den Stu­die­ren­den gewählt?! Und sie wer­den gewählt um zu han­deln. Das dar­über anschei­nend zu viele ver­ges­sen, dass jeder ein­zelne eine Mit­ver­ant­wor­tung trägt und das es not­wen­dig ist, selbst­stän­dig Enga­ge­ment zu zei­gen, auch wenn das Stu­dium einen bedrängt, dies zeigt sich mög­li­cher­weise an den Teil­neh­mer­zah­len. Trau­rig, aber Teil der Gesamtproblematik.

Auf der ande­ren Seite gibt es scharfe Kri­ti­ker die­ses demo­kra­ti­schen Pro­zes­ses, die sich nicht mit laut­star­ken, abfäl­li­gen und teil­weise belei­di­gen­den Kom­men­ta­ren zurück­hal­ten und alle Mög­lich­kei­ten nut­zen, um ein­zelne Men­schen und die Bil­dungs­be­we­gung ins­ge­samt zu dis­kre­di­tie­ren. Dies scheint hier jedoch voll­stän­dig aus dem Blick zu gera­ten. Aber es hat in Deutsch­land natür­lich auch Tra­di­tion Men­schen und Grup­pen als „links(extremistisch)” zu stig­ma­ti­sie­ren, um sie dann anhand ein­zel­ner, her­aus­ge­lös­ter Ereignisse/Aussagen/usw. in Schub­la­den zu ste­cken, aus denen man immer wie­der die Hand­pup­pen her­aus­holt, die dem fra­gen­den Men­schen so wun­der­bar ein­fach und ober­fläch­lich erklä­re­ren, wovor er Angst haben muss. Angst, weil man den übergroß-verzerrten, öffent­li­chen Bil­dern poli­ti­scher Akti­vi­tät nicht zu Nahe kom­men und damit von ihnen „befleckt” wer­den will. Dies ist eine Ursa­che für die neue, uns alle läh­mende und dif­fuse „Mitte”.
Dabei ist für mich die „Mitte”, in die sich so viele Ver­un­si­cherte und Mut­lose zurück­ge­zo­gen haben, längst zu einem schlei­mi­gen Pfuhl der Selbst­ver­leug­nung gewor­den, der deut­lich grö­ßere Gefah­ren birgt, als all die o.a. übli­chen, ver­ein­fach­ten Zuschrei­bun­gen wären, wür­den sie denn stimmen.

- „Rhe­to­rik / Image”

Das es Poli­zei­ge­walt gege­ben hat behaup­tet nie­mand, aber die Räu­mung ist ein repres­si­ver Akt, der zwar rech­tens war (Das Motto der Rek­to­rin hier: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf!”), aber mei­ner Ansicht nach unge­recht und unge­recht­fer­tigt ist.

Die öffent­li­che Debatte soll und wird wei­ter­ge­hen, aber es braucht auch andere Mit­tel und Räume, als die der vir­tu­el­len Welt, die ja selbst lei­der zuneh­mend kri­mi­na­li­siert wird („Inter­net als rechts­freier Raum”).

Das Mikro­phon und die Rede­lei­tung stan­den jedem und jeder offen. Es wurde sogar mehr­fach und laut um einen Wech­sel gebe­ten. In den ent­spre­chen­den ein­ge­rich­te­ten Arbeits­grup­pen gab es zudem für die­je­ni­gen, die im gro­ßen Ple­num zu unsi­cher waren, Mög­lich­kei­ten zur Kri­tik und Ein­satz. Eine der­ar­tig pau­schale Kri­tik, wie sie hier zitiert wird, ist voll­kom­men falsch und ich sage dies als jemand, der als Osna­brü­cker die loka­len Struk­tu­ren kaum kennt und per­sön­lich unvor­ein­ge­nom­men ist. Zudem ist die zitierte Kri­tik eine Stimme, die dem Ple­num und der ange­spro­che­nen Mode­ra­tion einen Man­gel an Radi­ka­li­tät vor­wirft. Diese Stimme in die­sem Kon­text anzu­füh­ren, erscheint mir unred­lich, wenn gleich­zei­tig von „lin­ken Träu­men” gespro­chen wird.

- „Fazit”

Ob der große Pro­test in Müns­ter aus­bleibt, wird sich erst noch zei­gen (auch wenn hier dage­gen gear­bei­tet wird!). Der Ver­such war mutig und er war es wert, auch wenn er viel Kraft gekos­tet hat.

Wem sol­che Aktio­nen auf die Ner­ven gehen, der muss wohl oder übel sei­nen Hin­tern bewe­gen und sich mit der Situa­tion vor Ort auseinandersetzen.
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